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Christine Buchholz, DIE LINKE: Das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit verteidigen!

Bundestatgsrede 19.10.2018

"Wir wenden uns dagegen, wenn Religion instrumentalisiert wird, um Herrschaft zu legitimieren. Wir wenden uns dagegen, wenn Religion missbraucht wird, um Menschen gegeneinander auszuspielen – wie es die AfD tut.

In Deutschland brauchen wir die rechtliche Gleichstellung aller Religionen, einen neutralen Staat und die Gewährung von individueller Religionsfreiheit. Ob Kopftuch, Kreuz oder Kippa, jeder soll sein Bekenntnis offen zeigen können."

Christine Bucholz' Rede auf Youtube https://youtu.be/ZbzSstdJ4HA

 

Suche Frieden – trotz´ der Gewalt!

„Katholikentag plus“ in Münster vom 10.-12. Mai 2018

Wer Frieden sucht, bekommt es mit Gewalt zu tun. Gewalt herrscht in vielerlei Formen überall in der Welt. Sie hat in den meisten Fällen strukturelle Ursachen: Durch den neoliberalen Kapitalismus entstehen Ausbeutung, Armut und Ungleichheit. Gnadenlos werden Mensch und Natur einer Profitlogik unterworfen. So werden Umweltzerstörung und Klimawandel in Kauf genommen und es wird eine Abschottungspolitik betrieben, die vor dem massenhaften Tod von Menschen im Mittelmeer und anderswo nicht zurückschreckt und Menschen auf der Flucht jegliche Lebensperspektive nimmt.

In den biblischen Geschichten ist überliefert, wie gewalttätig es auch in der damaligen Welt zuging. Und sie verheißen zugleich, dass trotz der Gewalt Wege des Friedens und der Gerechtigkeit gegangen werden können – nicht indem man die Gewalt verdrängt und sich auf eine Insel der Seligkeit zurückzieht, sondern indem man sich ihr stellt und ihr trotzt. Denn sich vermeintlich friedlich aus den Konflikten der Welt zurückziehen zu wollen, wäre zynisch. Es bedarf vielmehr des Mutes, aufzustehen gegen die Gewalt, im Alltag, aber auch durch Demonstrationen oder Aktionen zivilen Ungehorsams. Überall dort eben, wo es heute erforderlich ist, die Stimme zu erheben und den Gewalten dieser Welt prophetisch zu trotzen.

Was das für heute bedeuten kann und wie Wege des Friedens und der Gerechtigkeit angesichts der gegenwärtigen Realität der Gewalt begangen werden können, ist das Schwerpunktthema, dem der „Katholikentag plus“ folgt. Er findet parallel und ergänzend zum „offiziellen“ Katholikentag 2018 statt und greift dessen in Anlehnung an Psalm 34 gewähltes Motto „Suche Frieden“ auf. Dieses Motto liegt wegen des Westfälischen Friedens in Münster und Osnabrück nahe. 2018 begehen wir außerdem den 50. Jahrestag der Vollversammlung der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Medellín (Kolumbien). Diese hat angesichts der strukturellen Gewalt entschieden für den Frieden als Werk der Gerechtigkeit optiert, als andauernde Aufgabe und als Ausdruck menschlicher und christlicher Solidarität.

Dem Aufbruch von Medellín hin zu einer Kirche, die an der Seite der Unterdrückten und Armen mutig und selbstlos für Frieden und Gerechtigkeit eintritt, fühlen wir uns verbunden. So wollen wir gemeinsam fragen und diskutieren, wie ein solcher Aufbruch hier und heute konkret fortgeschrieben werden kann. Das geschieht zum Beispiel im solidarischen Einsatz für Geflüchtete und Migrant*innen hier vor Ort. Zum Einsatz für den Frieden gehört für uns genauso das Engagement gegen die Militarisierung der Gesellschaft, gegen Kriege und Rüstungsexporte. Wir wollen uns beteiligen am Kampf um gleiche Rechte und die gleiche Würde aller Menschen, besonders auch innerhalb unserer christlichen Kirchen. Wir bemühen uns, eine gemeinsame solidarische Friedens- und Gerechtigkeitspraxis in Zusammenarbeit mit anderen Religionsgemeinschaften zu entwickeln, insbesondere mit dem Islam. Aber auch Aufbrüche aus der Gewalt sollen zur Sprache kommen – Zeugnisse davon, wo und wie engagierte Menschen angesichts der Übermacht der Gewalt nicht resignieren, sondern sich ihr kreativ und wirkungsvoll widersetzen. Der „Katholikentag plus“ soll somit zu einem Ort des Zusammenkommens werden, der uns ermutigt solidarisch, ökumenisch, mit allen Menschen guten Willens an einer Welt zu arbeiten, in der „Gerechtigkeit und Frieden sich küssen“ (Ps 85, 11).

Quelle: Vorbereitungskreis Katholikentag plus 2018

 

Bischof kritisiert Bundesregierung für Fernbleiben bei UN-Konferenz

Der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann, hat die Bundesregierung für ihr Fernbleiben bei der zweiten UN-Vorbereitungskonferenz für ein Verbot von Nuklearwaffen kritisiert. Ackermann sagte, es sei höchste Zeit, die weithin eingetretene Gewöhnung an diese moralisch bedenkliche und gefährliche Form der Friedenssicherung zu überwinden. Das Argument der Bundesregierung, Deutschland verfüge über keine Atomwaffen, könne nicht überzeugen. Die Bundeswehr sei aufgrund der sogenannten nuklearen Teilhabe in das System der atomaren Abschreckung eingebunden. Ackermann forderte die Bundesregierung auf, sich entschiedener als bisher zu engagieren. Die Vorbereitungskonferenz der Vereinten Nationen beginnt in drei Tagen in New York.

Quelle SWR Stand: 12.6.2017, 15.30 Uhr

Kommentar: Schön, dass ICAN https://www.icanw.de/ den Friedensnobelpreis 2017 bekommen hat, dadurch war das Thema wenigstens noch einmal (leider nur kurz) in den Medien präsent."

 

Beschluss zum Sonntagsschutz der LAG Linke Christinnen und Christen in Hessen

Die LAG Linke Christinnen und Christen in Hessen hat am Samstag 21. Mai 2017 folgenden Beschluss gefasst:

Beschluss:

Die Linke unterstützt den Kampf der Gewerkschaften und Kirchen für den erwerbsarbeitsfreien Sonntag.

Begründung:

Der freie Sonntag ist eine verfassungsrechtlich garantierte Errungenschaft, die derzeit im Kampf um Wettbewerbsanteile insbesondere der Großkonzerne im Einzelhandel, unter Druck steht. Der Grundrechtsartikel schützt den Sonntag als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ (Art. 140). Die Formulierung zeigt, dass der Sonntag kein Privileg der Kirchen ist, sondern auch ein erkämpftes soziales Recht auf Arbeitsruhe. Der arbeitsfreie Sonntag bietet Schutz vor einer weitgehenden Deregulierung und Ökonomisierung. Nach dem Bundesverfassungsgericht  erstreckt sich der Schutz der Sonn- und Feiertage auch auf andere Grundrechte und hat daher einen hohen Stellenwert: Der Schutz des Sonntags bezieht sich nicht nur auf die Religionsfreiheit, sondern sorgt auch dafür, dass sich die Menschen erholen und ihr soziales Zusammenleben organisieren könnten. Der freie Sonntag konkretisiert das Sozialstaatsprinzip. Es geht um Arbeitnehmerrechte, Religionsausübung, Feiertagskultur und nicht nur um den Wirtschaftsstandort.