Für Frieden und Freunschaft der Völker

Redebeitrag von Mechthild Greim am 26.01.2024

Liebe Friedensfreundinnen und Freunde,

ich bin Mechthild Greim und spreche heute zu euch als Vertreterin der AG Linke Christ*innen Nordbayern.

Bereits vor Jahren hat sich unsere AG intensiv mit dem Verhältnis Israel und Palästina befasst und folgende Schlussfolgerungen gezogen:

1. Linke sind nicht solidarisch mit Staaten, sondern mit Menschen. In diesem Sinne ist die Linke internationalistisch.

2. Christ*innen sind nicht solidarisch mit Staaten, sondern mit Menschen. In diesem Sinne sind Christ*innen internationalistisch.

3. Linke Christ*innen lehnen die religiöse Überhöhung des Staates Israel durch christliche Fundamentalisten ab.

4. Christ*innen waren Jahrhunderte lang antijudaisch und haben Schuld auf sich geladen. Diese unselige Tradition sehen wir und bekämpfen jeglichen Antijudaismus (auch wenn er sich auf das Neue Testament beruft).

5. In Deutschland hat rassisch begründeter Antijudaismus, Antisemitismus, unsägliches Leid über Menschen jüdischer Religion und Herkunft gebracht. Diese geschichtliche Verantwortung akzeptieren wir und bekämpfen jegliche antisemitische Haltungen.

6. Linke Christ*innen unterstützen Menschen, denen Unrecht getan wird, unabhängig von Ethnie, Religion, sexueller Orientierung und Geschlecht.

7. Wir unterstützen Menschen, die die allgemeinverpflichtende Anwendung religiöser Vorschriften auf ALLE Menschen ablehnen. In diesem Sinne sind wir solidarisch mit allen nicht-religiösen Menschen, die einen laizistischen Staat befürworten.

8. Linke Christ*innen stehen zum Existenzrecht Israels als Staat, in dem Menschen nicht nur jüdischen Glaubens eine Heimat gefunden haben und finden. Genauso unterstützen wir, dass Menschen arabischer oder palästinensischer Herkunft sowie Menschen nicht-jüdischen Glaubens eine eigene staatliche Verfasstheit in Palästina erhalten.

9. Linke Christ*innen lehnen Waffenexporte generell ab und fordern die Entmilitarisierung des Nahen Ostens.

10. Wenn linke Christ*innen Menschenrechtsverletzungen durch israelische Politiker beklagen und für die Menschenrechte in Israel und Palästina eintreten, hat das nichts mit „Antisemitismus“ zu tun, sondern mit dem Eintreten für Menschen.

Heute stehen wir hier und sind mit einer unfassbaren Entmenschlichung durch den Terrorangriff der Hamas auf israelische Menschen aber auch durch die Gegenmaßnahmen an palästinensischen Menschen konfrontiert.

2,2 Millionen Menschen, davon 1 Million Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wurden im Gazastreifen komplett abgeriegelt: Kein Wasser, keine Lebensmittel, kein Treibstoff, keine Medikamente wurden ins Land gelassen. Hilfsorganisationen erhielten keinen Zutritt.

„Mit diesem Krieg überschreitet Israel das Verteidigungsrecht maßlos. Es droht ein Genozid. Wir verurteilen diesen Krieg und fordern“, wie die VVN-BdA NRW,

* sofortige ernsthafte diplomatische Initiativen zu einem Waffenstillstand als Vorbedingung für weitere Verhandlungen unter dem Dach der UNO oder der OSZE.

* Die Einstellung aller Waffenlieferungen als Voraussetzung für eine Waffenruhe,

* Die sofortige Freilassung aller israelischer Geiseln, palästinensischer Häftlinge, die ohne Gerichtsurteile inhaftiert sind,

* Sofortige ernsthafte diplomatische Initiativen zur Realisierung einer zwei Staaten Lösung. Nur zwei gleichwertige und gegenseitig anerkannte Staaten können die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden in dieser Region schaffen.

* Von der Bundesregierung: geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit zu ergreifen.

Als linke Christ*innen haben wir den Auftrag, uns mit allen Kräften für einen gerechten Frieden einzusetzen und die Organisationen in Israel und Palästina,die seit Jahren für den Frieden arbeiten, wie die Rabbis for Peace, Kairos Palästina, Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost und Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern e.V. zu unterstützen.

Stoppt das Töten! Für Völkerverständigung und Frieden- jetzt!

 

Was nährt unsere Hoffnung

Adventsfeier der LAG LINKE Christinnen und Christen in Baden-Württemberg

Franz Segbers

Wir leben in dunklen Zeiten messianischer Dürren. Die Reichen feiern ihren zynischen imperialen Lebensstil auf Kosten der Armen und der Schöpfung. Die Kluft zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Die schrecklichen Bilder der Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine erschrecken uns. Und über allem wölbt sich die Klimakrise. Klimakollaps, Massenmigration, terroristische Gewaltexzesse, die kriegerischen Auseinandersetzungen: die „strukturelle Wurzelsünde“ in all dem ist – immer noch – die Logik des Kapitalismus, der gierigen Anhäufung von Kapital und Ressourcen der einen und der Verelendung der anderen. Gleichzeitig gewinnen antidemokratische und autoritäre Positionen immer mehr Rückhalt und Zuspruch. Und gleichzeitig schlingert die LINKE in eine existentielle Krise, wo doch die Rechte der Armen und der Schutz der Schöpfung eine starke Stimme bräuchten.

Nach dem Wahlsieg des Islamhassers und Rechtsradikalen Wilders in den Niederlanden, schrieb der Schriftsteller Arnon Grünberg in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung vom 29. November 2023:

„Eine große Minderheit oder kleine Mehrheit der niederländischen Wählerschaft findet progressive Ideale, um es populistisch auszudrücken, zum Kotzen. Nachdem man sich von der Kirche befreit hat, will am sich von der weltlichen Variante des Christentums befreien, dem Humanismus.“

Wir erleben im Augenblick aber nicht nur eine tiefe Erschütterung der Kirchen, sondern zweier großen Lesarten der Welt: das Christentum und ein progressiver Humanismus. Zu diesem schwindenden Humanismus gehören die sozialistische Orientierung, aber auch die verbindliche Ausrichtung an Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung, wie die bekannte Trias des Konziliaren Prozesses der Kirchen lautet. „Es hat sich etwas verschoben“ konstatiert der Soziologe Wilhelm Heitmeyer, der sich jahrzehntelang mit autoritären Einstellungen und Rechtsextremismus beschäftigt hat, denn: „Die Radikalität besteht vor allem in der Kommunikation und Mobilisierung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegen bestimmte markierte Bevölkerungsgruppen. Diese Bestandteile sind attraktiv, daran muss man Wahlergebnisse interpretieren.“ Das Milieu leidet kaum unter sozialer Not. Es hat eine glatte Fassade, aber dahinter existiert ein Jargon der Verachtung. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich der Neoliberalismus entsichert, zugleich wurde der Sozialstaat demontiert und jetzt erleben wir wie Rechte der Ärmsten in der Haushaltskrise attackiert werden.

Es gab einmal humanistische, christliche und sozialistische Würdetraditionen, auf die man sich berufen konnte und vor der die Würdelosigkeit, die Ungerechtigkeit und das Vergessen es nicht ganz leicht hatten. Man konnte gegen diesen Kanon verstoßen, aber immerhin es gab ihn.

Die Krise der LINKEn und die Krise des Humanismus hängen zusammen. Beide waren nicht unbeteiligt an der Beleidigung des Lebens. Aber immerhin war es so, dass das Christentum den Christen in den Weg trat; dass die Idee des Sozialismus die Realität des Sozialismus störte. Rosa Luxemburg und Franz von Assisi konnte nie ganz verscharrt werden.

Es gab verpflichtende Texte, die Propheten der Bibel und die Schriften von Rosa Luxemburg, Karl Marx und vielen anderen. Sie leiteten an, die Welt von den Opfern her zu lesen . Im Lukasevangelium hören wir im Magnifikat, wie Gott besungen wird:, der »mit seinem Arm machtvolle Taten vollbringt. Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen« (so Lukasevangelium 1, 51f.). Was mit der biblischen Hoffnung auf das Reich Gottes ausgesagt und erwartet wird, hat auch Marx mit seinem Imperativ formuliert, nämlich »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist« (MEW 1: 385).

Was, wenn diese Texte bedeutungslos werden? Was, wenn die Geschichten der Bibel und die prophetischen Visionen nicht mehr zu hören sind?

Advent ist eine Zeit der Einübung in Hoffnung: Wir wissen nicht, wie die Welt wird, aber wir wissen, was aus ihr werden soll.

„Was bildet unsere Hoffnung? Was nährt sie?

Wir haben Visionen und Lieder, die eine Welt besingen, wie sie sein und werden soll. Von Jesaja hören wir: „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird frohlocken. … Da wird der Wolf beim Lamm wohnen und der Panther beim Böcklein lagern. Kalb und Löwe werden miteinander grasen, und ein kleiner Knabe wird sie leiten.“ Das Recht wird fließen wie Wasser verheißt der Prophet Amos.

Recht aber kann es nicht geben, wenn nicht vorher vom Recht erzählt wurde, nicht vorher vom Recht geträumt und um es gebetet wurde. Nur so können wir der Hoffnungslosigkeit und dem Zynismus entgehen. Was wird aus einer Welt, in der der Gott der Armen und des Rechts nicht mehr besungen wird und in der seine Geschichten nicht mehr erzählt werden?

Vielleicht wird man uns eines Tages nicht nur fragen, was wir getan und was wir unterlassen haben, sondern auch welche Hoffnungen wir hatten. Wir sind auch dafür verantwortlich, welche Träume wir haben und was wir erhoffen. Träume sind wie das Gewissen: Der Mensch ist nicht nur verantwortlich vor sein Gewissen, sondern auch verantwortlich für sein Gewissen. Es keineswegs selbstverständlich ist, dass Löwe und Lamm friedlich beieinander liegen. Die Propheten der Bibel und die Bergpredigt bilden unsere Träume. Die Idee der Gerechtigkeit und das Gewissen sind nicht selbstverständlich. Wir müssen sie lernen. Dass Wolf und Lamm beieinander liegen, dass das Recht fließen wird, dass die Gewaltlosen selig sein werden – das sind Sätze, die die Vernunft nicht sagen. Es ist Sache der Hoffnung der gequälten, der erniedrigten der verächtlich gemachten Menschen, die rufen „O Heiland reiß die Himmel auf“. Sie schreien zu Gott „Reiß ab vom Himmel Tor und Tür“. Ihr Ruf verhallt nicht im Nirgendwo, er hat eine Adresse.

Die Visionen der Propheten bilden unsere Visionen. Wie aber können wir sie nähren, dass sie lebendig bleiben?

Es braucht Mut zur Hoffnung. Die Voraussetzung des Mutes ist, dass ein Mensch weißt, wofür er ein Herz und ein Gemüt hat. Wer also aus einem Flugzeug mit dem Fallschirm springt, ist in diesem Sinn nicht schon mutig, wohl aber ein Franz Jägerstätter, der in der Nazizeit den Militärdienst verweigerte und dafür die Todesstrafe auf sich nahm.

Wo man die Sprache der Stummen nicht mehr vermisst, das Brot der Armen und das Lebensrecht der Geflüchteten, da wird man auch keinen Mut aufbringen, daran zu arbeiten. Das starke und mutige Herz ist also das Herz, das sich der Armen erbarmt, wenn die reichen geschont und den Armen das Bürgergeld gekürzt oder die Kindergrundsicherung zusammengestrichen wird.

Das weiche, erbarmende Herz ist zornig. Zorn ist eine weitere Eigenart der Hoffnung und eines erbarmenden Herzens. Der Zorn öffnet die Augen. Es gibt eine unerlässliche Voreingenommenheit für die Armen. Wenn ich nicht voreingenommen bin von dem Wunsch nach Gerechtigkeit; wenn ich nicht voreingenommen bin für das Leiden der gequälten, dann nehme ich nicht einmal wahr, dass flüchtende Kinder an unser Ufer gespült werden und dass die Hungernden ihre Hände nach uns ausstrecken, dass die Armen Rechte haben und nicht auf Almosen angewiesen sind.

Was nährt unsere Hoffnung?

Eine aktive, kämpferische Hoffnung wurzelt in einer politisch wachen Spiritualität oder Frömmigkeit. „Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen,“ hielt Dietrich Bonhoeffer den vermeintlich unpolitisch Frommen seiner Tage entgegen. Das Tun des Gerechten muss verbunden sein mit dem Beten. Durch die Geschichte der Kirchen zieht sich eine lange Tradition des Ringens um den Zusammenhang von „Kampf und Kontemplation“ wie Roger Schutz, Prior von Taizé es formulierte. Beten und Arbeiten, Politik und Mystik, Tun des Gerechten und Beten gehören immer schon zusammen. J. B. Metz spricht von der „mystisch-politischen Doppelverfassung“ der Nachfolge Jesu. Eine große Aufgabe ist es, diesen Zusammenhang von Tun des gerechten und dem Beten unter den Bedingungen des neoliberalen Kapitalismus einzuüben.

Die Religionen kennen viel Antworten auf die Frage, wer denn Gott sei. Die einen verbinden ihr Bild von Gott mit Innerlichkeit, Meditation, Erfahrung des Göttlichen in der Natur, die Kraft im Innern. Den vielen Namen für Gott hat die Bibel einen hinzugefügt, der sich in dieser Klarheit in den anderen Religionen so nicht findet. Gott hat den Namen Gerechtigkeit. Ohne Gerechtigkeit gibt es keine Erfahrung Gottes. „Dem Schwachen und Armen verhalf er zum Recht. Heißt nicht das, mich wirklich zu erkennen?“ (Jer 22,16) Der Gott der Bibel ist kein Naturgott. Er ist ein in der Geschichte handelnder Gott. Er befreit die Menschen aus unwürdigen Situationen. Die Armen und die Solidarität mit ihnen sind deshalb für die Bibel ein Ort der Begegnung mit Gott. „Die versöhnliche Begegnung mit den Armen, die Solidarität mit ihnen, wird zu einem Ort der Gottesbegegnung.“ (So heißt es im Sozialwort der Kirchen von 1997) Armut ist eine ethische und politische Forderung; sie ist aber auch theologisch eine Begegnung mit Gott, der im Kampf für die Rechte der Armen verborgen gegenwärtig ist. Es ist menschenwürdig, einen neuen Himmel und eine neue Erde zu erwartet, in der die Armen nicht mehr ein erniedrigtes und beleidigtes Geschöpf sind.

Dass zweite Nährmittel der Hoffnung ist die Gemeinschaft. Man kann nicht als Einzelner überleben. Man verhungert, wenn man allein ist. Deshalb sind wir Mitglied der Partei die LINKE, in der LAG linker Christen oder anderen Organisationen wo wir mit anderen,“den Schrei der Armen und der Mutter Erde hören“ (Laudato sí) und darauf eine Antwort geben.

Ja, ich kenne den Einwand: Die Hoffnung auf jene endgültige verheißene Stadt ist Opium, eine Vertröstung, die den Augenblick entwichtigt und die Kraft für die Gegenwart verschleudert. Um der leidtragenden will brauchen wir diese Versprechungen, die größer sind, als mein Verstand glauben, wissen und vertreten kann. Der spanische Jesuit Ignacio Ellacuría formuliert es zehn Tage vor seiner Ermordung in El Salvador 1989 – wenige Tage nach dem Fall der Berliner Mauer - so: „Nur utopisch und hoffnungsvoll kann man glauben und den Mut haben, mit allen Armen und Unterdrückten der Welt zu versuchen, die Geschichte umzukehren, sie zu unterlaufen und in eine andere Richtung zu lenken.“

Deshalb ist es mir zu wenig, dass Gott keine anderen Hände hat als die unseren. Wenn ich das Bild des Flüchtlingskindes sehe, das aus dem Meer ans Land geschwemmt wurde, dann lasse uns nicht davon kommen, die wir unsere Schuld daran tragen, und ich lasse Gott nicht davonkommen. Ich rufe ihn an, er soll für das ungelebte Leben und den schrecklichen Tod des Kindes stehen. Er soll seine Tränen abwischen und ihm sein Lachen zurückgeben. So wahr es ist, dass Gott selber in allen Gestalten der Armut, die sich auf der Welt herumtreibt, so wahr ist - ich behaupte es, und ich verlange es! -‚ dass Gott alle Wunden heilen, einen neuen Himmel und eine neue Erde in Aussicht stellt und die Toten erwecken wird.

„Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird sein; denn das Erste ist vergangen.“ Diese Bilder bilden meine Hoffnungen und nähren meine Träume. Die Solidarität mit den Opfern erlaubt mir kein Schweigen. Sie öffnet mir den Mund zu sagen, was man vernünftigerweise nicht sagen kann: Keine Träne ist umsonst geweint und keine Wunde bleibt ungeheilt. Wie und wo dies wahr wird, weiß ich nicht. Gott weiß, wo er unsere Tränen sammelt, und das genügt.

Eva Schreiber verstorben

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Eva Schreiber (+ 6.7.2023), unserer Sprecherin der LAG Christ*innen in Bayern und Vorstandsmitglied der BAG Christ*innen, ehemaliges Mitglied im Landesvorstand und ehemalige Bundestagsabgeordnete. Sie war eine engagierte Politikerin und leidenschaftliche Kämpferin für soziale Gerechtigkeit.
Ihr Tod hinterlässt eine schmerzhafte Lücke in unseren Reihen.
Eva Schreiber hat sich als Mitglied der Partei DIE LINKE unermüdlich für die Rechte der Arbeitnehmer:innen, für soziale Sicherheit und für eine gerechte Verteilung des Wohlstands eingesetzt. Sie war eine starke Stimme für die Menschenrechte, eine Verfechterin einer solidarischen Gesellschaft und engagierte Politikerin für eine nachhaltige und fairen Wirtschaft. Besonderer Dank gilt ihrem großen Einsatz bei STOP TTIP & CETA.

Eva war eine inspirierende Politikerin, die die Missstände in unserer Gesellschaft anprangerte und Lösungen für drängende Probleme suchte. Ihre Integrität und ihre aufrichtige Hingabe an ihre Überzeugungen haben ihr den Respekt und die Anerkennung vieler Menschen eingebracht, sowohl innerhalb als auch außerhalb ihrer Partei. Eva Schreiber hat sich aktiv in sozialen Projekten und Hilfsorganisationen engagiert, um denjenigen zu helfen, die Unterstützung benötigen. Ihr unermüdlicher Einsatz wird uns in Erinnerung bleiben und uns dazu inspirieren, ihren Weg fortzusetzen.
Mit ihrem Tod verlieren wir nicht nur eine engagierte Politikerin, sondern vor allem eine außergewöhnliche Frau.

In dieser schweren Zeit möchten wir unserer tiefsten Anteilnahme und unser aufrichtiges Mitgefühl zum Ausdruck bringen. Unsere Gedanken sind bei Eva Schreibers Familie und ihren Freund:innen.

Eva Schreiber wird uns fehlen, aber ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit wird uns als Inspiration dienen.

Unser Gebet wird Dich immer begleiten

Beisetzung ist am 28. 07. 2023 um 11.15 Uhr auf dem Waldfriedhof in München, Alter Teil.
 

Mechthild Greim und Erich Utz

Sprecherin und Sprecher der LAG Christ*innen der LINKEN in Bayern

Kirchentag Nürnberg 2023

DIE LINKE war beim Evangelischen Kirchentag 2023 aktiv beteiligt und hat dort unter Federführung der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) LINKE Christ*innen Bayern, 3 Tage lang (10.30 – 18.30 Uhr) einen Infostand in der Messehalle 4 betreut sowie zwei Marktplatzveranstaltungen in der Messehalle 4 angeboten:

Von der ersten Sonntagsallianz bis heute – Gegen die Ökonomisierung des SonntagsFreitag, 09. 06. 2023, 15.00 bis 16.00 Uhr, Halle 4, Marktplatz

mit der Verdi Bezirksgeschäftsführerin, Kollegin Rita Wittmann, dem ehemaligen Leiter des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (kda) Bayern, Kollegen Hans-Gerhard Koch, Rechtsanwalt Willhelm Achelpöhler aus Münster, der dort im Auftrag von Verdi einen Verkaufsoffenen Sonntag nach dem anderen weg klagt, und Kollegen Oswald Greim, ehemaliger katholischer Betriebsseelsorger von Nürnberg.

 

Lesung von Petra Pau aus ihren Büchern Gottlose Type I und II

Samstag, 10. 06. 2023, 13.00 bis 14.00 Uhr, Halle 4, Marktplatz

Die Lesung von Petra Pau fand mit 100 Besuchern große und positive Resonanz.

 

Daneben wurden noch eine Reihe anderer antimilitaristischer Veranstaltungen unterstützt (Siehe Flugblatt) sowie spontane Aktionen gegen das neue Asylrecht durchgeführt.

Ein geplanter Empfang der Linksfraktion im Gewerkschaftshaus in Nürnberg, am Donnerstag, 08. 06. 2023, den die LINKEN Christ*innen Bayern mit vorbereitet hatten wurde, aus für uns noch immer nicht nachvollziehbaren Gründen, vier Tage vor dem Ende der Anmeldefrist, wieder abgesagt.

 

Die aktive Mitarbeit bei der Standbetreuung und bei den Veranstaltungen wurde geleistet von:

Mechthild Greim, Landessprecherin der LAG LINKE Christ*innen Bayern und Bundessprecherin der BAG LINKE Christ*innen, Mitglied im Kreisvorstand Nürnberg

Kathrin Flach-Gomez, Landessprecherin DIE LINKE Bayern und Mitglied der LAG

LINKE Christ*innen Bayern, Stadträtin DIE LINKE Nürnberg

Doris Langer, KV Amper, Doris Dörnhöfer, KV Würzburg, Mitglieder der LAG LINKE Christ*innen Bayern,

Joachim Thomas, Bundessprecher der BAG LINKE Christ*innen, Landessprecher LAG Christ*innen Baden-Württemberg

Thorsten Brenscheidt, Landessprecher der LAG LINKE Christ*innen Berlin,

Cornelius Voigt, Kreisvorsitzender DIE LINKE Roth-Schwabach,

Besitzer eines Plotters der für aktuelle Plakatierungen sorgte,

Klaus-Dieter Roese, Mitglied der LAG LINKE Christ*innen Bayern

Oswald Greim, Landessprecher der LAG LINKE Gewerkschafter in der Metropolregion Nürnberg, Mitglied im Kreisvorstand DIE LINKE Oberfranken Ost und ehemals langjähriger Landessprecher der LAG Betrieb&Gewerkschaft DIE LINKE Bayern

Ihnen allen und dem gesamten Kreisverband Nürnberg vielen Dank. Wir danken außerdem allen Genossinnen und Genossen aus dem Kreisverband. Nürnberg, die bereit waren, eine Übernachtungsmöglichkeit für Mitwirkende zur Verfügung zu stellen.

 

Werner Schäfer verstorben

Liebe Genossinnen und Genossen in Christo, Freundinnen und Freunde der LAG Christ*innen DIE LINKE Bayern,

eine traurige Nachricht erreichte uns heute: unser langjähriges Mitglied, Werner Schäfer, ist gestern Abend im Alter von 75 Jahren um 23 Uhr verstorben.
Werner war Gründungsmitglied der LAG; er brachte viele gute Ideen und Impulse ein und beteiligte sich aktiv an vielen Veranstaltungen und Aktionen der LAG.

Gewerkschafter, links und katholischer Christ sein - für ihn passte das alles zusammen.
Als überzeugter Pazifist beteiligte er sich jedes Jahr an den Ostermärschen, zuletzt am 10. 04. 2023 in Nürnberg.

Als Stadtrat für die LINKE in Lauf setzte er sich seit 2020 für kommunale Belange ein , insbesondere für eine Tariftreueverordnung.

Nach dem überraschenden Tod seiner Lebensgefährtin, die wir am 24. 04. 2023 zu Grabe getragen haben, ging es ihm nicht gut.
Eine überstanden geglaubte Krankheit brach neu aus und schwächte ihn zusehends. Bis zum Schluss hatte er Lebenswillen und Pläne.

Wir verlieren in ihm einen kämpferischen und liebenswerten Menschen.
Bitte schließt ihn in eure Gebete ein und entzündet eine Kerze für ihn -  das wäre in seinem Sinne.

In Dankbarkeit verabschieden wir uns von ihm.

Für die LAG Christ*innen DIE LINKE Bayern

Eva Schreiber        Erich Utz        Mechthild Greim
Landessprecher*innenrat


 

„Selig sind die Gewaltlosen“

Diskussionspapier der BAG LINKE Christ*Innen zum Krieg in der Ukraine

Franz Segbers

Diskussionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft LINKE Christ*Innen zum Krieg in der Ukraine


„Selig sind die Gewaltlosen“ (Mt 5,5).


Angesichts des menschenverachtenden Angriffskriegs von Putins russischen Truppen auf die Ukraine und des schweren Bruchs des Völkerrechts durch Russland stellt die Bundesarbeitsgemeinschaft LINKE Christ*innen fest: Wir rufen die russische Regierung auf, sofort alle Angriffe einzustellen und seine Truppen von den Grenzen zur Ukraine zurückzuziehen. Der vom Bundeskanzler Scholz behauptete „Zeitenwechsel“ ist in Wahrheit ein Rückfall in den Militarismus vergangener Zeiten. Wer jetzt Waffen in die Ukraine liefert, gießt Öl ins Feuer. Waffenlieferungen tragen zur Eskalation bei. Der intelligentere Weg ist Deeskalation. Deshalb setzen wir auf die Stärkung ziviler Widerstandspotenziale. Wir unterstützen die Kräfte des sozialen Widerstandes in der Ukraine. Sie rufen die ukrainische Regierung auf, auf militärischen Widerstand zu verzichten und stattdessen zivilen Widerstand zu proklamieren.


LINKE Christ*innen orientieren sich an Jesu Gebot zur Gewaltfreiheit: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen.“ (Mt 26,52) Selig gepriesen werden die Gewaltlosen. (Mt 5,5) Aktive gewaltfreie Aktionen waren oft erfolgreiche (Friedliche Revolution in Deutschland 1989, Singende Revolution im Baltikum 1987-1991; Frauen in Weiß in Liberia 2003). Gewaltfrei-aktiver Widerstand ist nicht naiv, sondern intelligent und nachhaltig. Wer Frieden will, muss den Weg des Friedens auch in Konflikten gehen. Auch angesichts des Bombardements auf unschuldige Menschen und für Kriegssituationen gibt es „erprobte Konzepte und Instrumente dafür gibt, Wege aus Gewalt und Schuld zu finden“ (Kundgebung der EKD-Synode 2019). Die Geschichte zeigt: gewaltfreier Widerstand hat hohe Erfolgschancen. „Machen wir die aktive Gewaltfreiheit zu unserem Lebensstil“, lautete der Appell von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag 2017.


Die Sprache der Waffen und Waffenlieferung sind nicht alternativlos. Wir weigern uns, unser Denken und Handeln von der militärischen Logik bestimmen zu lassen. Es gibt Alternativen zur Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Es gibt zahllose Methoden des unbewaffneten Widerstandes. Frieden schaffen geht anders. Wir setzen auf die Macht gewaltlosen Widerstandes und wollen Frieden schaffen ohne Waffen! Mit Dietrich Bonhoeffer sagen wir: „Es gibt keinen Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Friede muss gewagt werden!“


▪ Wir fordern die solidarische Unterstützung aller, die vor den Kriegsfolgen zur Flucht gezwungen sind.
▪ Wir fordern die Unterstützung aller, die in der Ukraine mit gewaltfreien Mitteln Widerstand leisten.
▪ Wir rufen auch die EU auf, russischen Deserteuren das Recht auf Asyl zu geben. Unsere Solidarität gilt den leidenden Menschen in der Ukraine und allen, die auf der Flucht sind.
▪ Wir lehnen völkerrechtswidrige Selbstjustiz ab und fordern, dem Gewaltmonopol der UNO nach Artikel 2 Abs. 4 der UNO-Charta bei zwischenstaatlichen Konflikten zur Durchsetzung zu verhelfen.
▪ Wir fordern, die Methoden der zivilen Konfliktbearbeitung zu unterstützen und zu trainieren. Wir fordern, jene Organisationen, die auf solche Methoden spezialisiert sind, politisch und finanziell stärker zu fördern.
▪ Deshalb lehnt die BAG Linke Christ*innen die von Bundeskanzler Scholz angekündigten massiven Umlenkungen von Steuergeldern ins Militär als Schritt in die falsche Richtung ab.

Bei internationalen Konflikten müssen nicht-militärische Lösungen gefunden werden. Es ist ein Mythos, zu glauben, militärische Verteidigung sei vernünftig, verantwortungsbewusst und realistisch. Richtig ist vielmehr, dass gewaltfreie Methoden intelligenter, nachhaltiger und vernünftiger sind. Gewaltfreie Methoden können stärker und erfolgreicher sein als militärische Methoden. Beim Einsatz gewaltfreier Kampfmethoden gibt es weniger Tode und Verletzte, weniger zerstörte Städte und
Landschaften. Auch der Übergang zur Demokratie fällt leichter. Wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten.


Franz Segbers
Sprecher der BAG LINKE Christ*innen